Der Weg zu Ihrer ersten VR Anwendung (Proof of Concept): Ein praktischer Leitfaden
Haben Sie die transformative Kraft der VR (Virtual Reality) erkannt und überlegen, wie Sie die Vorzüge dieser bahnbrechenden Technologie zur Bereicherung Ihres Unternehmensschulungsprogramms nutzen können?
Als VR-Neuling kann dabei die eine oder andere Frage aufkommen:
Wo soll man anfangen? Sollte man auf eine Softwarelösung setzen, die es ermöglicht, unabhängig und ohne tiefe Programmierkenntnisse VR-Schulungen zu erstellen? Was sind die wichtigen Aspekte, auf die man bei der Auswahl der Software achten muss?
Oder wäre es besser, eine externe Firma zu beauftragen, um aus meiner Idee einen ersten Prototypen zu schaffen? Und wie kann ich nachhaltig VR-Fähigkeiten in meinem Unternehmen aufbauen?
Die ermutigende Antwort auf diese Fragen ist, dass beide Ansätze erfolgreich sein können!
1: Selbstständige Erstellung des POC
Wenn Sie sich dazu entschließen, die Erstellung von VR-Trainings intern durchzuführen, erfordert dieses Unterfangen bestimmte Ressourcen.
Zunächst benötigen Sie jemanden im Unternehmen, der die Zeit und Kapazität hat, sich in ein völlig neues Fachgebiet zu vertiefen. Dieses Fachgebiet beschränkt sich nicht nur auf die VR-Software für die Erstellung der Trainings, sondern beinhaltet auch Überlegungen hinsichtlich der einzusetzenden Hardware. Darüber hinaus wird es irgendwann notwendig sein, sich Gedanken darüber zu machen, wie die VR-Anwendungen im Unternehmen gespeichert und verteilt werden sollen.
Die Praxis hat gezeigt, dass eine Bindung einer halben Arbeitsresoucre für dieses Vorhaben notwendig sein kann.
Bei der Auswahl der einzusetzenden Software sind im Vorfeld einige wichtige Aspekte zu berücksichtigen. Da es für kein Unternehmen möglich ist, die zukünftigen Anforderungen an eine Software präzise zu definieren, spielt die Offenheit und Erweiterbarkeit der ausgewählten Plattform eine entscheidende Rolle, insbesondere wenn es um die Erstellung von VR-Trainings geht.
Betrachten Sie folgendes hypothetische Szenario: Sie beginnen mit dem ersten Proof-of-Concept, der aus hundert verschiedenen Arbeitsschritten besteht. Die sorgfältige Einarbeitung in die neue Software hat sich gelohnt, und Sie machen schnell Fortschritte. Allerdings stoßen Sie bei Schritt 76 auf einen Montageprozess, der ein spezielles Werkzeug erfordert und einen Arbeitsschritt, der nicht von der Software abgedeckt ist. Bei einer offenen Softwareplattform besteht jedoch die Möglichkeit, notwendige Werkzeuge und Arbeitsschritte nachträglich zu implementieren.
Die Anpassungsfähigkeit der Software spielt daher eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von Herausforderungen, die sich während der Nutzungsdauer ergeben können.
Ein wesentlicher Vorteil, den Sie durch die eigenständige Erstellung Ihres ersten VR-Trainings erlangen, ist Ihre umfassende Kenntnis der zu schulenden Abläufe. Niemand versteht diese Prozesse besser als Sie selbst. Dies eliminiert die Notwendigkeit einer externen Schulung zur korrekten Umsetzung, da Sie bereits über das erforderliche Fachwissen und Verständnis verfügen.
2: Externe Beauftragung des POC
Bei der Auslagerung Ihres ersten VR-Trainings an einen externen Anbieter profitieren Sie davon, dass Sie sich keine Gedanken über die verwendete Software und deren mögliche Limitierungen machen müssen. In einem idealen Szenario kümmert sich die beauftragte Agentur um alle Aspekte der Software und berücksichtigt dabei Ihre bestehende IT-Struktur, um auch die geeignete Hardware auszuwählen. Diese Herangehensweise bietet Ihnen den Vorteil, sich auf Ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, während die technischen Aspekte von Experten abgewickelt werden.
Allerdings sollte man eine gewisse Zeit für den Kommunikationsprozess einplanen. Es ist erforderlich, das Wissensniveau der externen Firma anzuheben, um sicherzustellen, dass das geforderte VR-Training inhaltlich korrekt umgesetzt wird. Auf Grundlage unserer Erfahrung hat sich eine mehrstündige Präsenzschulung direkt im Unternehmen als wertvolle Investition erwiesen. Dies ermöglicht es dem externen Dienstleister, ein tiefgreifendes Verständnis der spezifischen Anforderungen und Abläufe zu erlangen, was wiederum zu einer genaueren und effektiveren Implementierung des VR-Trainings führt.
Eine enge Zusammenarbeit mit der externen Agentur bietet auch den Vorteil, Einblicke in die Herausforderungen und Grenzen der VR-Trainings zu erhalten. Dies ermöglicht es Ihnen, im Laufe des Prozesses zusätzliches Wissen und Verständnis für diese spezielle Technologie zu erwerben. Sie können dadurch lernen, welche Aspekte für eine erfolgreiche Umsetzung von VR-Trainings kritisch sind, und dieses Wissen in zukünftigen Projekten anwenden.
Unabhängig davon, für welchen der beiden aufgeführten Wege Sie sich entscheiden, bleibt der interne Wissensaufbau unerlässlich, um die neue Technologie langfristig im Unternehmen zu verankern. Es ist wichtig, die erforderlichen Kompetenzen und das Verständnis für die Nutzung und Anwendung dieser Technologie zu entwickeln und kontinuierlich zu verbessern. Dies ermöglicht es Ihrem Unternehmen, sich an technologische Entwicklungen anzupassen, den maximalen Nutzen aus der Technologie zu ziehen und eine nachhaltige Implementierung von VR-Trainings zu gewährleisten.
3. Was kommt nach dem Prototypen?
Nach der Fertigstellung des umgesetzten Proof-of-Concept (POC) empfiehlt es sich, diesen effektiv innerhalb des Unternehmens zu bewerben. Damit können Sie das Bewusstsein für diese neue Technologie und ihre Vorteile steigern. Eine solche interne Promotion dient nicht nur dazu, die Mitarbeiter mit den Möglichkeiten und dem Potenzial von VR-Trainings vertraut zu machen, sondern generiert oft auch weitere Anschlussprojekte. Durch diese Vorgehensweise können Sie die Akzeptanz und Nutzung der VR-Technologie in Ihrem Unternehmen fördern und zugleich neue Anwendungsmöglichkeiten entdecken.
Zusätzlich kann durch eine öffentliche Präsentation des umgesetzten VR-Trainings vermieden werden, dass verschiedene Innovationscluster innerhalb eines Unternehmens unabhängig voneinander agieren, ohne voneinander zu wissen. Dies fördert die unternehmensinterne Kommunikation und Zusammenarbeit, ermöglicht den Austausch von Wissen und Erfahrungen und verhindert redundante Arbeit. Eine transparente Darstellung der erzielten Innovationen unterstützt somit die Konsolidierung von Ressourcen und die Vermeidung von Doppelarbeit, was zu einer effizienteren und effektiveren Innovationskultur führen kann.
Zum Abschluss möchten wir aus unserer praktischen Erfahrung hervorheben, dass in 90% der Fälle der erste Prototyp einer Virtual-Reality-Anwendung an externe Dienstleister vergeben wird. Als Folge dieser initialen Phase entstehen häufig Nachfolgeprojekte, welche langfristig den Wunsch zur Implementierung von Inhouse-Produktionen hervorrufen.
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